meine geschichte
Warum bin ich Freie Trauerrednerin geworden?
Ich war schon auf vielen Beerdigungen und fragte mich nach jedem Mal: Warum kann ein Abschied nicht auch schön und persönlich gestaltet werden? „Macht“ man das nicht? „Darf“ man das nicht?
Im Sommer 2020 verstarb meine Mutter nach langer Krankheit und für mich stand fest: Ihre Abschiedsrede wird aus meiner Feder stammen.
Lange erzählte mir ihre beste Freundin aus Kindheitstagen von gemeinsamen Erlebnissen aus den letzten Jahrzehnten, ihr Bruder berichtete davon, wie er immer von ihr, der großen Schwester, geärgert wurde. Ihre Lieblingskollegin lachte über viele Anektdoten aus dem Lehrerzimmer und weinte bei dem Gedanken daran, welches Vorbild meine Mutter stets für sie war und mein Vater von der Liebesgeschichte, die die beiden verband.
Meine Schwester und ich ergänzten die Rede mit unseren ganz eigenen Erinnerungen und so entstand eine Lebensrede, die persönlicher nicht hätte sein können.
Wir weinten. Wir lachten. Und wir fühlten uns meiner Mutter so nah, obwohl der Tod uns von ihr trennte.
Nach diesem Tag wusste ich: Solch einen schönen, herzlichen, echten und persönlichen Abschied möchte ich auch anderen Menschen, die fest von der Trauer umklammert sind, schenken.
Jetzt weiß ich: „Man macht“ genau das, was sich richtig anfühlt. Und „darf“ dabei fast alles.

